Zu unserem Februar- Gruppenabend begrüßten wir die Apothekerin Jutta von Amende, Inhaberin der Stadt- Apotheke und der Helenen- Apotheke in Lampertheim mit ihrer Mitarbeiterin PTA Jutta Steinbrecher, welche uns über Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten informierten. Im Vorfeld hatte Gruppensprecherin Monika Arras den interessierten Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, ihre Medikamentenlisten zusammenzustellen, um sie der Apothekerin zur Beurteilung zu übergeben. Zuerst erklärte uns Frau von Amende, was Apothekerin und Apotheker für ihre Kunden tun können, wenn diese registriert sind und über eine Kundenkarte verfügen Die „Apotheke des Vertrauens“ kann eine Liste sämtlicher verordneten Medikamente, die von dem Kunden benötigt werden, speichern und kann daraufhin die Nebenwirkungen und auch Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Medikamenten prüfen und Hinweise darauf geben, wenn besondere Vorsicht walten muss. Bekommt ein Kunde ein neues Medikament und stellt daraufhin besondere Nebenwirkungen oder Probleme fest, sollte dies Arzt und Apotheker mitgeteilt bekommen. Weiterhin besteht auch die Möglichkeit, mit der Apothekerin gegen eine geringe Gebühr einen speziellen persönlichen Termin zu vereinbaren, bei dem die Wechselwirkungen und Nebenwirkungen mit der bestehenden Medikation besprochen werden. Auch wenn ein neues Medikament oder von einem neuen Hersteller mit einer ähnlichen Wirkstoffkombination wie bisher verschrieben wird, können solche unerwünschten Wirkungen auftreten und unter Umständen auch zu schwerwiegenden Problemen führen. Ausführliches Thema war die Einnahme von Amiodaron. Es wird als Antiarrhythmikum zur Behandlung von zahlreichen Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Viele Patienten, die das Medikament länger eingenommen haben, klagen über Beeinträchtigungen des Sehens, Fehlfunktionen der Schilddrüse und auch Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt. Bei Auftreten solcher Effekte muss zunächst das Gespräch mit dem behandelnden Arzt geführt werden – auf keinen Fall sollte man die Medikation nach eigenem Ermessen absetzen.

Ebenfalls mit bestimmten Lebensmitteln, zum Beispiel Fruchtsäften, sind Wechselwirkungen der Medikamente möglich. Auch hier hilft gerne die Apotheke mit Beratung.
Besondere Kritik wurde mehrfach laut an der Praxis verschiedener Krankenkassen, Medikamente nicht immer nach Wunsch und Notwendigkeit des Arztes oder des Patienten zu versorgen, sondern unter Umständen nur nach Wirtschaftlichkeit beziehungsweise Absprachen mit dem jeweiligen Pharmahersteller. Das kann auch noch zu unerwarteten und vorher nicht aufgetretenen Problemen durch Wechselwirkungen führen. Sorgen bereiten auch die in letzter Zeit häufiger gewordenen Versorgungslücken mit Medikamenten einzelner Hersteller, welche durch die Produktion im Ausland oft nicht in genügender Anzahl zur Verfügung stehen. Müssen hier Ersatzmedikamente gefunden werden, so kann auch dies zu vorher nicht bekannten Problemen gesundheitlicher Art führen.

Zum Abschluss erhielten die Teilnehmer ihre mit einem Codewort versehenen anonymisierten Medikamentenlisten zurück mit einer schriftlichen Darstellung der möglichen Wechselwirkungen und eventuell notwendigen Therapiemaßnahmen beziehungsweise besonderen Vorsichtsmaßnahmen, die hier empfohlen werden.

Die noch offenen Fragen aus der Gruppe wurden freundlich und kompetent beantwortet.

Monika Arras dankte im Namen der Gruppe mit einem kleinen Präsent den beiden Damen für ihren sehr gut vorbereiteten und umfassenden Vortrag.