Sport und Bewegung mit Defibrillator

Die Defi-Selbsthilfegruppe Heppenheim hatte zu ihrem ersten Gruppenabend im neuen Jahr zu Gast Frau Carina Wittig, Physiotherapeutin bei Physio-Aktiv Lampertheim. In einem informativen Kurzvortrag zeigte Frau Wittig den Teilnehmern, dass es wichtig und möglich ist, auch mit eingeschränkter Herzfunktion Sport zu treiben und dass jeder dazu in der Lage ist, wenn er seine Einschränkungen kennt und beachtet. Falsch ist es auf jeden Fall, aus der Befürchtung, sich zu überlasten, in Untätigkeit zu versinken und damit das Training des Herzmuskels zu unterlassen. Der ideale Einstieg für untrainierte Herzpatienten ist die Teilnahme an einer Herzsportgruppe, welche sich normalerweise einmal pro Woche trifft und die ärztlich überwacht wird. Die Übungsstunden werden von qualifizierten Übungsleitern in Anwesenheit von kardiologisch geschulten Fachärzten durchgeführt. Die Teilnahme an einer Herzsportgruppe kann vom behandelnden Arzt über das Formular Reha-Sport verordnet werden und nach einem Antrag an die Krankenkasse übernimmt diese normalerweise die Kosten für das Training. In der Regel werden 90 Einheiten innerhalb von 30 Monaten verordnet, wobei die Teilnahme auch kurzzeitig unterbrochen werden kann, zum Beispiel für Urlaubsreisen oder wegen Krankheit. Auch die Teilnahme am Milon Zirkel empfiehlt sich als ein gutes Trainingsinstrument. Der Milon Zirkel ist ein Gerätezirkel, der Übungen für Kraft und Ausdauer kombiniert. Ein Durchgang dauert exakt 17,5 Minuten und spricht Muskeln des ganzen Körpers an. Wer am Milon Zirkel trainiert, belastet je Kraftgerät (z.B. Bankdrücken, Bauchbeuger etc.) genau 60 Sekunden die jeweilige Muskelgruppe. Nach ihren interessanten theoretischen Ausführungen ging Carina Wittig zur Praxis über und brachte die Teilnehmer mit motivierenden Übungen ein wenig zum Schwitzen. Hier zeigte sich, dass man auch mit einfachen haushaltsüblichen Geräten – wie zum Beispiel Stühlen und Tischen – schon sehr wirkungsvolle Übungen durchführen kann. Nach einer runden Stunde Theorie und Praxis waren die Teilnehmer so gut informiert, dass kaum noch Fragen offen blieben. Mit dankbarem Applaus wurde Frau Wittig verabschiedet.